Nevada - Utah - Arizona - Colorado - New Mexico
Südwesten der USA


September 2008, drei Wochen.

Die Reise startete in Las Vegas - einige spärliche Fotos hiervon (Zimmer, Ausblick, flächendeckende Bebauung, Skyline untypisch bei Tag). Die Stadt gefällt mir wider Erwarten recht gut, Parkplatzprobleme scheinen auch für Besitzer größerer Automobile ein Fremdwort zu sein und die Hotel Lobby ist immer auch gleichzeitig das hauseigene Casino.


In der Hitze Las Vegas' haben wir es dann nicht mehr ausgehalten und uns auf den Weg ins Valley of Fire gemacht. Unglaublich heiß war es hier aber dann auch, die Landschaft jedoch atemberaubend schön..! Vor dem zu Bett gehen quälten wir uns durch die Hitze zum "Ephemeral Arch".


Am nächsten Morgen wurden wir early birds bei Sonnenaufgang vom Farbenspiel und den bizarr schönen Sandsteinfelsformen der Rainbow Vista völlig überrascht und für die frühe Tagwache um halb fünf wirklich hinreichend entschädigt.


Weiter ging es an einen im Internet recherchierten Platz namens Little Finland, in der besonders filigrane Gesteinsskulpturen zu finden sind. Nach etwa 1,5 Stunden Fahrt über was wir einen Forstweg nennen würden, fährt man das letzte Drittel des Weges in einem ausgetrockneten, teilweise sandigen Flussbett. Hier wurden unsere Fahrkünste das erste Mal auf die Probe gestellt: es galt, nicht zu langsam zu fahren, um nicht im Sand stecken zu bleiben, aber gleichzeitig nicht zu schnell, um Schlaglöcher und herumliegende große Gesteinsbrocken nicht zu übersehen.

Die nächste Probe wartete in Form unseres Nachtlagers auf uns: erstmals wurden die Bedingungen beim Übernachten im Auto getestet. Fazit: wer Angst vor Insekten und Spinnengetier hat und deswegen die Fenster des Autos nicht auch nur einen kleinen Spalt geöffnet haben will, bereut das im Lauf der Nacht sicherlich :)

Das Auto von innen abzusperren ist auch nicht ratsam, denn öffnet man schlaftrunken in der Nacht die Tür um auszutreten, wird die Wildnis prompt mit wildem Gedöns beschallt. Chevies schlagen scheinbar nicht nur bei versuchtem Einbruch Alarm..! So habe ich meine fernsehbedingte Angst vor Kettensägen-Mördern letztendlich überwunden und bestand nicht mehr auf Einbruchsicherung unserer fahrenden Schlafstätte.
 



Die nächsten zwei Tage verbrachten wir im Zion Nationalpark in Utah. Da ich im Sommer oft in den Bergen bin, dachte ich eigentlich, mich können Höhen und Tiefen nicht beunruhigen. Hier wurde ich eines besseren belehrt. Beim Anblick des Zion Canyons mit seinen glatten Sandsteinfelswänden, die an manchen Stellen kerzengerade 250 (?) Meter in die Tiefe führen, blieb mir ordentlich die Spucke weg. Etwas verschreckt am Boden kauernd hörte ich dann plötzlich einen lauten Luftzug und sah einen Kondor in unmittelbarer Nähe an mir vorbei brausen - unglaublich großes Tier! Da es schon dämmerte, beschlossen wir, umzukehren und nicht bis zu Angel's Landing zu gehen und dieses Erlebnis für den nächsten Urlaub zu reservieren.

Am nächsten Tag stand die so genannte "Subway" auf dem Plan. Die Besucherzahl für den Canyon ist auf 50 Personen pro Tag limitiert, ein Permit bekommt man vor Ort oder über ein online Lotteriesystem. Schon auf dem Weg zur Subway wurden wir erneut mit der Mächtigkeit dieses Canyons konfrontiert. Mehrmals haben wir dann auch unser Stativ verflucht, das schwere, sperrige Ding... Die Subway selbst war einer der schönsten Orte die ich je gesehen habe und die Strapazen ohne jede Frage Wert. Ach ja. Sollte man einem Puma begegnen, wird einem folgendes geraten: http://farm1.static.flickr.com/188/457004988_80ed426b2e.jpg?v=0

"If attacked, fight back." Hm ok...
 


 Nächster Stop: Page am Lake Powell. Unweit davon schöne Naturwunder wie der berühmte Antelope Canyon und die Horseshoe Bend des Colorado sowie ein süßer kleiner Collared Lizard im Sidestep Canyon. Der Glen Canyon Damm ist zwar von Menschenhand gebaut und spaltet die Gemüter, ist aber nicht minder beeindruckend. Hier wird also der Strom produziert, damit die Glücksspielautomaten in Las Vegas blinken, bimmeln und nerven können...


 Gegen Abend sind wir dann über die holprige Cottonwood Canyon Road zum Yellow Rock gepilgert und hatten schon die Befürchtung, für den Sonnenuntergang viel zu spät zu sein. Aber wir hatten noch Glück. Unglaublich eigentlich, wie kleine Bäumchen in Mitten von Fels überleben können..!






Nächstes fotografisch äußerst lohnendes Gebiet: Coyote Buttes South (Bild rechts und Nr. 1 und 2 unten) und White Pocket. Über einige Stunden Waschbrettpiste erreichbar, ersteres wieder nur mit spezieller Erlaubnis. Die in Las Vegas vorsorglich gekaufte Schaufel kam erstmals zum Einsatz, als wir spät in der Nacht noch mit dem Auto im Sand stecken blieben. Nach etwa 10 Minuten war das Auto wieder flott, die Stimmung heiter - nicht zuletzt wegen der dann auf dem Campingkocher zubereiteten Spaghetti.

Am nächsten Tag machten wir uns früh morgens um vier Uhr fertig, um etwa eine Stunde zur White Pocket zu laufen. Untermalt wurde der morgendliche Trott von gespenstischem Coyoten Geheul. Zu Gesicht bekommen haben wir gottseidank/leider keinen. Landschaftlich ist die White Pocket absolut phänomenal und wirklich ein Höhepunkt der Reise. Zum Glück hatte es über Nacht stellenweise geregnet, wodurch sich hübsch anzusehende spiegelnde Pfützen bildeten.



 

Weiter gings, hinauf auf 2000 Meter Höhe, zum touristisch relativ gut erschlossenen Bryce Canyon, wo wir von einem Gewitter überrascht und bei 5 Grad und eisigem Wind schockgefroren wurden. Dementsprechend mürrisch wurde am nächsten Tag um etwa 6 Uhr vor der Einnahme eines besänftigenden Morgenkaffees fotografiert. Sobald die Sonne da war, wurde es ein gutes Stück wärmer, und wir bekamen auch einige aufgekratzt herum hetzende Chipmunks vor die Linse - der Kaffee tut nicht jedem gut...



 
Im verschlafenen Roadmovie Städtchen Escalante haben wir uns dann gleich ein paar Tage einquartiert, da es nahe einiger schöner Orte lag. Folgende Fotos stammen von einer Wanderung im Coyote Gulch, den Lower Calf Creek Falls, und dem Zebra sowie Spooky Canyon.



 
Die nächsten Fotos stammen von der Anfahrt zum und vom Arches National Park in Utah, sowie einer wirklich abenteuerlichen "Abkürzung" zum Dead Horse Point Aussichtspunkt. Da vergisst man vor lauter Aufregung gleich alles was man über Fotografie gelernt hat und hält nicht nur das fahrtechnisch herausfordernde Gelände sondern auch seinen eigenen Schatten auf dem Foto fest :) Die darauffolgenden Tage verbrachten wir weniger mit Fotografieren sondern eher mit Suchen - nach versteinertem Holz und Dinosaurierknochen. Brav wurde bestaunt und schweren Herzens wieder zurückgelegt, was gefunden wurde. Mitten in der Einöde Bisti Badlands machten wir dann noch die Bekanntschaft von zwei sehr netten Holländern, welche auch zum Fotografieren angereist waren. Diese bekräftigten mit eindrucksvollen Bildern untermalt unseren Plan, anstatt Albuquerque anzusehen, doch noch schnell zu den White Sands zu sausen.





 Hoodos, Cappuccino Berge, versteinertes Holz, Nachtlager...


White Sands National Monument - Gips so weit das Auge reicht...! Die Sonnenbrille wird hier (besonders mittags) wichtig, um nicht von der Schönheit der Landschaft geblendet zu werden. Ganz besonders interessieren würde mich ja, was aus dem verpuppten Monster auf dem letzten Foto geworden ist, den Zeitpunkt wollte ich allerdings nicht unbedingt abwarten...




 Spezieller Dank gebührt Paul, der die Reise wirklich gut geplant hat..!
www.eigelb.at/?sID=260

Weitere Links:
www.kivakoffeehouse.com - sehr netter Ort für ein Frühstück in der Nähe von Escalante.
www.synnatschke.de - Fototipps zum Südwesten der USA

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