Ätna – Vulcano – Stromboli


Mai 2009, eine Woche.
 
Nachdem uns die Vulkane und Geothermalparks in Neuseeland so gut gefallen hatten, haben wir Anfang 2009 beschlossen, uns Ätna und Stromboli anzusehen. Paul ist dann im Internet über den deutschen Reiseveranstalter VEI gestolpert und nach eingehender Recherche wurde gebucht. Praktischerweise fliegt tuifly von Memmingen aus Catania an, und das auch noch relativ günstig. Die Reise begann also sehr angenehm.

In Catania angekommen wurden wir gleich von Andrea, dem Vulkanführer der Reise, abgeholt. Die Unterkunft der ersten drei Tage auf Sizilien war (siehe Fotos) sehr malerisch, und das Essen ein kulinarischer Hochgenuss. Aufgetischt wurden unter anderem eingelegte Tomaten, Oliven, Ricotta, Melanzane und mit Käse überbackenes Brot. Dem folgte Pasta als zweiter Gang und ein Hauptgericht mit Fisch oder Fleisch. Unglaublich gut waren kleine, in Zitrone eingelegte Fische.

Der letzte Nachtisch war so köstlich, dass ich mir vorgenommen habe, ihn daheim selbst auszuprobieren: mit Zucker, Wein und Wasser veredelte Birnen, im Ofen zubereitet.


 




 Am ersten Abend pilgerten wir in ein nahe gelegenes Örtchen, um dort einem Drei-Heiligen-Fest beizuwohnen, das lautstark, farbenfroh und theatralisch gefeiert wurde. Das Örtchen war in eine Mischung aus Jahrmarkt und Weihnachtsstimmung getunkt und hier und da sah man Bußgänger, die je nach Schwere ihrer moralischen Verfehlung entsprechend große Kerzen trugen. Zwischen Feuer- und Naschwerk wurden - im Knoblauchdunstkreis des Nachbarstandes - Antiquitäten angeboten oder zumindest Waren, die danach aussahen.

Am nächsten Tag bot sich die einmalige Gelegenheit, eine Prozession der berühmten sizilianischen Pferdewagen zu betrachten und sich das Jahrmarkttreiben noch einmal bei Tag anzusehen. Paul war mit den Gedanken schon beim Ätna, den man in der Ferne bereits viel versprechend qualmen sah.



 
Am Nachmittag war es dann endlich soweit: Wir näherten uns dem Ätna von Norden, um in der Abenddämmerung vom Rand der Valle del Bove aus Lavaströme in der Ferne zu beobachten. Die Aufregung unter den Mitreisenden war groß, als sie dann endlich zu sehen waren.
  
Am dritten Tag führte uns der Vulkanführer dann direkt auf den Ätna, der somit mein erster echter 3.000er werden sollte - wenn auch recht unehrenhaft mit Auto, Seilbahn und Allradbus... prompt protestierte mein Körper mit Kopfweh und Atemnot gegen die Geschwindigkeit des Aufstiegs und die schwefeldampfgeschwängerte Luft. Oben angekommen kann man nur über die Ausmaße des Kraters staunen... (die kleinen Punkte rechts auf dem Panorama in Reihe 2 sind Menschen) Auf dem Rückweg lernten wir eine weitere Lavahöhle kennen und, dass mit Nahrung geköderte Ätna-Füchse fast beängstigend zutraulich sein können.

 




 Am nächsten Tag besichtigten wir auf dem Weg nach Milazzo die Alcantara Schlucht mit eindrucksvollen Basaltsäulen. Bei Messina warfen wir einen Blick auf die berüchtigte Meerenge zwischen Sizilien und Kalabrien und sinnierten über die dort ansässigen Ungeheuer Skylla und Charybdis und ob der Zyklop Polyphem wohl eine Metapher für den Ätna sein könnte.
 
 


 In Vulcano angekommen ließen wir bei einem Happen Essen mit Blick aufs Meer die Seele baumeln. Am nächsten Morgen stiegen wir dann um vier Uhr früh auf den Hauptkrater des Vulkans. Fumarolen machten das Atmen schwer, schmeichelten dem Auge aber wiederum mit filigranen Schwefelkristallbildungen. Am Fuß des Vulkans findet man etwas abseits der Wege Obsidian.

Gelegentlich wird an den dunklen Sandstränden auch Bimsstein angespült.





 Später setzten wir auf Stromboli über und stiegen gegen Abend an der Nordseite auf 400 Meter, um die fast viertelstündlich stattfindenden Eruptionen aus der Ferne zu beobachten.

Am nächsten Tag konnten wir bei einer Inselumrundung vom Boot aus die "Sciara del Fuoco" (Feuerrutsche) betrachten und anschließend ins Wasser hüpfen. Am Abend des sechsten Tages bestiegen wir den Pizzo und betrachteten die regelmäßigen Eruptionen in unmittelbarer Nähe von 200 Meter. Das donnernde Geräusch während eines Ausbruchs war sehr beeindruckend. Hier könnte man eigentlich stimmungsvoll seine runden Geburtstage feiern.

 
Zurück auf Sizilien sahen wir uns die zuvor von der Ferne beobachteten Lavaströme aus der Nähe an (wow!). Überraschend war für mich die träge Fließgeschwindigkeit, die überwältigende Strahlungshitze und die relative Härte der Lava (auf den Lavastrom geworfene Steinbrocken polterten ein bisschen dahin und blieben dann unbekümmert liegen, ohne mit der Lava verschmelzen zu wollen).

 
Links:
Reisebericht eigelb.at (auf Englisch)
Vulkanführer Andrea Ercolani
Reiseveranstalter Vulkan Expeditionen International 

 
Ein paar selbst gedrehte Videos:
Stromboli Eruption [wmv 3.3 MB]
Ätna Lavastrom [wmv, 3.5 MB]

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