Fotoreise Weiße Wüste, Ägypten, März 2008, eine Woche. (Fotos mit Canon 350D und 5D)


Mit www.fotoreisen.ch ging es von Zürich aus nach Kairo, wo erst einmal übernachtet wurde, bevor wir dann mit 11 weiteren Reiseteilnehmern am nächsten Tag nach Westen zur Oase Bahariya fuhren.

Wahnsinn, Kairo, eine Stadt mit 16-25 Millionen Einwohnern (wer weiß das schon so genau)... jedenfalls sind die Straßen dem entsprechend gut bevölkert und befahren, wobei Stauungen, Crashs und waghalsige Fahrmanöver an der Tagesordnung zu stehen scheinen. Am meisten beeindruckt war ich ich von diesen riesigen Hochhausbauten ohne Fenster. Offensichtlich werden die erst von den Mietern oder Käufern im Nachhinein hineingesetzt, dort, wo sie es für nötig halten. Der Smog am Abend, als wir einen Spaziergang an der Nil Promenade wagten, war wirklich an der Grenze des Erträglichen. Wir mussten auch feststellen, dass man in Kairo als Fußgänger wirklich gefährlich lebt. Die Devise lautet hier "trau dich oder bleib auf deiner Seite".

Die ersten Fotos stammen von der Oase Bahariya und dem abendlichen Fußmarsch zum ersten Übernachtungscamp in der Wüste, das in den "Kristallbergen" aufgeschlagen wurde. Der Sternenhimmel in der Nacht, das Lagerfeuer und die angenehme Trommel-Musik beim Einschlafen unter freiem Himmel waren einfach grandios! Man hätte auch im Zelt schlafen können, aber trotz Kälte in der Nacht und sandgeschwängertem Wind, der beim Aufprall auf den Schlafsack ordentlich prasselte, wollte ich den Sternenhimmel beim Einschlafen die ganze Woche nicht missen...

 


 Im Laufe des Aufenthalts in der Wüste lernte man beim Austausch mit anderen Mitreisenden auch den einen oder anderen Trick dazu, sich in der Nacht warm zu halten. Wenn man beispielsweise einen zu großen Schlafsack hat, hilft es, seine Schuhe ganz unten im Schlafsack zu verstauen. Das hält die Füße angenehm warm und am Morgen hat man bereits vorgewärmtes Schuhwerk ohne Skarabäen. Sehr nützlich bei der Kältebekämpfung sind auch Sturmhaube und Merinoschafwolle Thermoaktivwäsche.
 
Der zweite Tag begann ziemlich frisch und windig. Nach einem feinen Frühstück liefen wir mit der Fotoausrüstung bepackt los, vorbei an kleinen Kristallwundern und bizarren Felsformationen.

Gegen Mittag kamen wir beim Lager an, welches die Fahrer der Jeeps schon aufgebaut hatten. Zum Essen gab es wirklich leckere, leichte Kost wie ein fein gewürzter Salat mit Mais und Bananen. Nach der Mittagsruhe kamen wir zu einer Halbhöhle, die vermutlich durch Wärmesprengung und natürliche "Sandstrahlung" entstanden ist. Die dadurch gebildeten Formen und Flächen waren sehr beeindruckend.

 






 Diese Fotografien wurden alle ungefähr im selben Gebiet am Abend des 2. Tages bzw. am Morgen des 3. Tages in der Wüste aufgenommen. Imposant geformte Felsen, Sanddünen, wunderschöne Abend- und Morgenstimmung, tolle Muschelversteinerungen im Kreidestein.. unser einheimischer Führer fand sogar versteinerte Haifischzähne... kaum zu glauben! Im Panorama oben kann man übrigens rechts oben unseren Lagerplatz erkennen.
Ein wirklich prächtiger Ausblick...!

Am 3. Tag konnten wir auf dem Weg zum Artesischen Brunnen "Magic Spring" die Düne etwas genauer betrachten. Bei der Gelegenheit fotografierte ich einen Vogel, der sich praktischerweise mit der Sanddüne einen schönen Hintergrund ausgesucht hatte. Als Beweis der Existenz von Tieren in der Wüste bekam man meistens deren Spuren im Sand zu Gesicht, abgesehen von einem Skarabäus in den Wanderstiefeln und dem vom Essen angelockten, wirklich knuddlig-putzigen Fennek (Wüstenfuchs).

Den Pfotenabdrücken rund um den Schlafplatz nach müssen auch die nachtaktiven Wüstenmäuse ganz schön dreist gewesen sein - natürlich erst sobald man eingeschlafen war, schade. Einmal hatte Paul das Glück, eine wirklich riesig große Heuschrecke zu entdecken, die dann auch ganz brav eine Weile ruhig saß und gemütlich fotografiert werden konnte. Das Ergebnis dieses Shootings mit dem äußerst willigen Model sowie andere Fotos (unter anderem auch einige von mir) können unter http://www.eigelb.at/?sID=235 betrachtet werden..!

Weiter ging es zu den "Mushroom-Felsen", auf dem Weg gab es zu Hauf Versteinerung wie Seeigel im Sand oder Fels zu entdecken, was dann schon mal in eine wilde Objektivwechslerei ausartete.. :)

Wie rechts auf einem Foto erkennbar, gab es auch recht häufig schwarze Metallklumpen (-stäbchen, -würfel...) aus einer Eisen-Schwefelverbindung, welche sich bei der Entstehung in flüssiger Form in die Ritzen des Kreidesteins eingelagert hatte und durch Erosion wieder zu Tage befördert wurde. Hin und wieder findet man einige recht bizarr geformte Klumpen, die auch Abdrücke von Muschelversteinerungen zeigen!

Einmal wurde am Morgen sogar frisches Fladenbrot für uns gebacken - sehr köstlich, und nebenbei interessante Brotback-Technik.

 





 Ab und zu traf man auch auf andere Karawanen im Jeep-Konvoi oder zu Fuß mit Kamelen, wie oben im Bild im Gebiet der Kugelberge.

Das Foto des jungen Eselchens wurde in der Oase Farafra gemacht, wo wir gemütlich im Schatten der Palmen zu Mittag gegessen haben. Vergeblich suchte ich aber nach Libellen. Nach dem Mittagessen konnte man auch noch ein Bad in einer warmen Quelle nehmen, Spa in der Wüste, wer hätte das gedacht?!

Erwähnenswert sind auch noch die Fahrkünste der Jeep-Fahrer, die ganz fabelhaft mit Hindernissen wie tiefem Sand, im Weg stehende Dünen und schroffem Gestein umgehen konnten und offensichtlich einen einwandfreien inneren Kompass zur Orientierung in der Wüste hatten. Abenteuerlich war es für die Mitfahrenden trotzdem noch :)



 
Links: eine schöne Mini-Höhle mit drei Fensterchen, kuriose Felsen durch Erosion durch Wind und Sand. Immer wieder stieß man auch auf Vegetation in Busch- und Palmenform.

Rechts: letzter Abend in der Wüste, Abendstimmung in der Nähe von Aghabad Road.
 
 


 
Vor dem Abflug noch diese Dame besuchen gehen... und Kairo am Morgen bestaunen.
 
Insgesamt war die Reise sehr gut vorbereitet und geführt, Betreuung und Essen waren unglaublich gut, und es war interessant, anderen Fotografen bei ihrer Arbeit zuzusehen und mit ihnen zu fachsimpeln. Ein herzliches Dankeschön an alle! Die Fußmärsche gaben die Gelegenheit, die Landschaft eingehend zu erkunden und erfahren. Die weiße Wüste an sich war für mich noch eindrucksvoller, als ich es aus Bildern vor der Reise erahnt hatte.


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